EU-rechtliche Schranken der Glücksspielwerbung in Deutschland, Großbritannien und Polen
Sie kann jedoch mögliche Verstöße an die zuständigen Staatsanwaltschaften melden und damit ein Ermittlungsverfahren anstoßen. Weitere Informationen dazu, wie hoch die Strafen für Spielende ausfallen können und welche Risiken und Konsequenzen mit der Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel verbunden sind, finden Sie in unserem FAQ „Teilnahme an illegalem Glücksspiel: Risiken und Konsequenzen für Spielende“. 459 illegale Internetseiten, die aufgrund von Untersagungsverfahren nicht mehr von Deutschland aus erreichbar waren 657 illegale Internetseiten, die aufgrund von Netzsperren nicht mehr von Deutschland aus erreichbar waren 165 illegale Glücksspielseiten, bei denen keine Zahlung durch gängige Zahlungsdienstleister möglich war (Payment-Blocking) Ausführliche Zahlen für das Jahr 2024 finden sich unter Publikationen der GGL im Tätigkeitsbericht 2024.
Konsequenzen bei Verstößen gegen den GlüStV
Personen, die auch vorher schon an Glücksspielen teilgenommen haben, hat Werbung zur Steigerung ihrer Glücksspielteilnahme geführt – vier von zehn dieser Personen haben verstärkt an Glücksspielen teilgenommen und führten das auf die Wahrnehmung von Werbung zurück. Werbung ist also ein wichtiger Anreiz für die Teilnahme an Glücksspielen – ihre Wirkung empirisch untermauert: Newall et al. (2019) konnten in ihrer Studie Gambling Marketing from 2014 to 2018: a Literature Review zeigen, dass Glücksspielwerbung insbesondere gefährdete Gruppen wie beispielsweise Kinder oder Personen mit problematischem Glücksspielverhalten beeinflusst und dass die Wahrnehmung von Glücksspielwerbung mit häufigerem und riskanterem Glücksspielverhalten einhergeht. Forschende der Universitäten Glasgow, London und Stirling kamen zu gleichen Ergebnissen. In ihrer aktuellen Studie vom Juli 2022 haben sie den Zusammenhang zwischen Glücksspielwerbung und ungeplanten Glücksspielausgaben untersucht: 31,2 % der von ihnen befragten rund 3.000 Sportwetter*innen gaben an, durch Werbung zusätzliche ungeplante Wetten abgeschlossen zu haben.
1. Glücksspielbegriff im Unionsrecht
Personen mit problematischen Wettverhalten gaben sogar zu 87 % an, durch Werbung weitere ungeplante Wetten platziert zu haben. Bei dieser Faktenlage wundert es wenig, dass sich immer mehr Menschen dafür aussprechen, Glücksspielwerbung streng zu regulieren, wie zum Beispiel das Bündnis gegen Sportwetten-Werbung (BgSwW): Es setzt sich für die weitest gehende Einschränkung von Sportwetten-Werbung ein und fordert die beteiligten Institutionen im Sport zur Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zur Stärkung von Forschung und Prävention auf. Das BgSwW ist ein auf Initiative von Fan-Organisationen im Fußball gegründetes Bündnis, das Institutionen und Einzelpersonen miteinander verbindet, die zur Thematik Sportwetten (und Glücksspiel allgemein) in der Präventionsarbeit, Forschung, Sucht- und Selbsthilfe tätig sind oder ein persönliches Interesse an der Unterstützung der Ziele des Bündnisses haben. Hier finden Sie Informationen zum Vorgehen, zu Vollzugsinstrumenten sowie zu Erfolgen der GGL gegen unerlaubtes Glücksspiel. Konkret finden Sie auf dieser Seite Informationen und Antworten zu folgenden Themenbereichen: Mit welchen Instrumenten bekämpft die GGL unerlaubtes Glücksspiel und die Werbung dafür Wie sieht das Vorgehen der GGL konkret aus und welche Erfolge wurden bereits erzielt?
Warum steht Glücksspielwerbung in der Kritik?
Wie kann man der GGL unerlaubtes Glücksspiel melden? Öffentliche Glücksspiele dürfen in Deutschland nur mit Erlaubnis der zuständigen deutschen Behörde veranstaltet oder vermittelt werden. Liegt eine solche Erlaubnis nicht vor, handelt es sich um unerlaubtes Glücksspiel. Dies regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Er ist das zentrale Regelwerk für das Glücksspiel in Deutschland und trat am 1. Die GGL bekämpft unerlaubtes Glücksspiel und Werbung dafür mit verschiedenen Maßnahmen. Hierzu gehören klassische Verwaltungsverfahren mit Untersagungsverfügungen, die durch Zwangsgelder vollstreckt werden können, sowie Verwaltungsverfahren mit Payment-Blocking und Netzsperren.
- Verbindliche Sperrvereinbarungen („Glücksspielsperre“) in der Werbung erwähnen
- Hinweis auf Altersbeschränkung ab 18 Jahren in jedem Werbemittel
- Verpflichtender Warnhinweis zu Suchtgefahren („Spiel verantwortungsvoll“)
- Klare Darstellung der Gewinnchancen und des Hausvorteils
Direkte Aufklärungsarbeit gegenüber der Bevölkerung und Gewerbetreibenden ist ebenfalls wichtig.
Umfrage des Suchtbeauftragten : Mehrheit will Werbeverbot für Lotterie und Glücksspiel
Nielsen Media Research mit 895 Millionen Euro einen neuen Rekord geknackt! Das ist ein Zuwachs von 24 % gegenüber 2019. Davon wendeten allein die Anbieter von Sportwetten und Onlinecasinos 617 Millionen Euro für ihre Werbung auf. Diese Zahlen legt der Geschäftsbericht von Lotto Brandenburg 2020 offen. Die Werbung für bis dahin illegale Online-Casinos machte mit 42 % sogar den größten Anteil der Werbeausgaben aus, wie die Auswertung von Statista für den Zeitraum bis Juni 2021 zeigt.
Werbung für simuliertes Glücksspiel
Im Juli 2021 ist der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) in Kraft getreten. Er gibt vor, dass Art und Umfang von Werbung für Glücksspiele nicht seinen Zielen zuwiderlaufen darf – also den Jugend- und Spielerschutz sowie die Suchtprävention und -bekämpfung nicht behindern darf (§ 5 Abs. 2). In den Erläuterungen zum GlüStV 2021 ist festgehalten, dass Glücksspielwerbung verstärkt spielanreizend wirkt und zu Fehlvorstellungen über die Beeinflussbarkeit des Glücksspielergebnisses führt. Diese Wirkung, insbesondere auf Jugendliche, wurde bereits im Abschlussbericht einer durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen beauftragten Studie dokumentiert und sie gilt es zu verhindern.
Werberichtlinie ist schwammig formuliert
Die einzig erlaubte Werbung dient den Erläuterungen zum GlüStV 2021 nach dazu, „möglichst viele der ohnehin spielentschlossenen Personen in dem erlaubten Markt zu halten bzw. dorthin zu kanalisieren“ (S. 43). Tatsächlich scheint die allgegenwärtige Werbung jedoch ganz andere Ziele zu verfolgen: Buth et al. (2021) konnten in Ihrer Studie zum Glücksspielverhalten während der COVID-19 Pandemie zeigen, dass drei von zehn Personen, die zum ersten Mal an Glücksspielen teilnahmen, durch Werbung dazu animiert wurden. Darüber hinaus stellt die GGL Strafanzeigen und leitet im Falle von Verfahrenseinstellungen der Staatsanwaltschaft Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.
| Werbeclaim / Slogan | Anbieter / Produkt | Vermittelte Botschaft | Rechtliche Bewertung (Risiko) |
|---|---|---|---|
| "Dein Spiel, deine Verantwortung." | Staatliche Lotterie | Spielerautonomie, Eigenverantwortung | Unkritisch, da Verantwortung betont wird. |
| "Die Quoten sind bei uns am höchsten." | Sportwettenanbieter | Bester Wert, finanzieller Vorteil | Kritisch, muss nachweisbar und nicht irreführend sein. |
| "Willkommen im Gewinnparadies." | Online-Casino | Positive Emotion, leichte Gewinnerwartung | Sehr kritisch, kann Suchtrisiko verharmlosen. |
| "Sicher spielen. Staatlich lizenziert." | Verschiedene lizenzierte Anbieter | Legitimität, Vertrauen, Sicherheit | Unkritisch, da faktisch korrekt und beruhigend. |
| "Kick off your bet!" | Sportwettenanbieter | Aktion, Spannung, Start eines Events | Mittel, Ansprache von Sportfans ist erlaubt. |
Die GGL kooperiert mit anderen Behörden und Institutionen wie Landesmedienanstalten, Finanzbehörden oder der Bundeszentrale für Kinder und Jugendmedienschutz. Bei Verdacht auf Geldwäsche meldet die GGL dies an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU). Um illegale Glücksspielangebote und Werbung zu identifizieren, nutzt die Behörde insbesondere Beschwerdemeldungen und ein Hinweisgebersystem auf ihrer Internetseite. Das Internet wird ebenfalls auf unerlaubte Glücksspielangebote durchsucht, wobei u. a.
- Persönliche Werbung in Spielhallen und Gaststätten mit Automaten
- Lokale Anzeigen in Stadtmagazinen und auf Litfaßsäulen
- Kooperationen mit Bars und Kneipen für gemeinsame Aktionen
- Direktmarketing per Postwurfsendung in bestimmten Stadtteilen
Marktpräsenz, Umsatz- und Werbevolumen als Auswahlkriterien dienen. Bereits seit 01.07.2022 liegt die Verantwortung für die Bekämpfung von illegalem Glücksspiel im Internet und der Werbung dafür bei der GGL.
Achtung regionaler Glücksspielgesetze
Juli 2021 in Kraft. Ziel ist es, den Glücksspielmarkt bundesweit zu regulieren, den Jugend- und Spielerschutz sicherzustellen, cas online casino österreich forum Spielsucht vorzubeugen und illegale Angebote zu bekämpfen. Nach § 4 GlüStV 2021 dürfen öffentliche Glücksspiele nur mit einer gültigen Erlaubnis angeboten oder vermittelt werden. Werbung für unerlaubtes Glücksspiel ist untersagt (§ 5 GlüStV 2021). In § 3 GlüStV 2021 sind die Glücksspiele aufgezählt, die grundsätzlich erlaubnisfähig sind, darunter zum Beispiel: Auf unserer Seite zu erlaubnisfähigem Glücksspiel, werden weitere Informationen bereitgestellt.
Werbung über Videoportale, Streamingdienste und Social Media-Plattformen
Alle Glücksspiele, die nicht ausdrücklich als erlaubnisfähig genannt sind, gelten als nicht erlaubnisfähig und sind damit verboten. Wer ohne die erforderliche Erlaubnis öffentliche Glücksspiele in Deutschland anbietet, kann sich darüber hinaus strafbar machen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ist nicht nur Erlaubnis- und Aufsichtsbehörde für länderübergreifende erlaubnisfähige Glücksspielangebote, sondern bekämpft im Auftrag der 16 Länder unerlaubtes Glücksspiel im Internet. Dazu setzt sie zum Beispiel folgende Instrumente ein: die Einleitung von Untersagungsverfahren inkl. Zwangsgeldfestsetzungen bzw.
Verbotene Gewinn- und Glückspiele
Eintreibungen, die cas online casino werbung deutschland Meldung möglicher Strafbarkeiten nach §§ 284 f. StGB an die Staatsanwaltschaften, die Meldung von möglichen Steuertatbeständen an das Finanzamt, Das konkrete Vorgehen und die jeweiligen Instrumente werden im Abschnitt Wie sieht das Vorgehen der GGL konkret aus und welche Erfolge wurden bereits erzielt? Die GGL kann wegen des Veranstaltens oder Bewerbens unerlaubten Glücksspiels Strafanzeigen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften stellen. Grundlage hierzu ist § 284 des Strafgesetzbuch (StGB) zur unerlaubten Veranstaltung illegalen Glücksspiels. Das Strafgesetzbuch regelt die strafrechtlichen Folgen des unerlaubten Glücksspiels. Mit der Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen in einer zentralen Behörde wurden die Möglichkeiten im Kampf gegen illegales Glücksspiel im Internet erweitert. Die Behörde leitet gegen illegale Anbieter und hierfür Werbende Verwaltungsverfahren ein und untersagt die entsprechenden Tätigkeiten. Im Jahr 2024 wurden 199 Prüffälle zum unerlaubten Glücksspiel und 211 Prüffälle zur Werbung für unerlaubtes Glücksspiel bearbeitet.
| Pflichtelement | Gesetzliche Vorgabe | Mindestgröße / Dauer | Beispielformulierung |
|---|---|---|---|
| Glücksspiel kann süchtig machen | § 5a GlüStV | 20% der Werbefläche oder 10% der Sendezeit | "Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter: BZgA.de" |
| Alterskennzeichnung | JuSchG, GlüStV | Klar lesbar / hörbar | "Erst ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen." |
| Anbieterkennzeichnung | § 5a GlüStV | Klar erkennbar | "Angebot der [Firmenname], staatlich lizenziert." |
| Sperrdatei-Hinweis | § 5a GlüStV | Im Text enthalten | "Verantwortungsvoll spielen: OASIS-Sperre möglich." |
Es wurden 1788 Internetseiten überprüft, davon 1.053 Seiten zum illegalen Glücksspiel und 735 Seiten zur Werbung hierfür. Hierzu gehören neben deutschsprachigen Seiten in Einzelfällen auch Seiten auf Englisch, Türkisch und weiteren Sprachen.
Grundlagen der Glücksspielwerbung
Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder hält oder die Einrichtungen hierzu bereitstellt, wird laut § 284 mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt die Person gewerbsmäßig oder in einer Bande, drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Wer für ein öffentliches Glücksspiel wirbt, wird laut § 284 mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Im Übrigen ist auch die Teilnahme an unerlaubten Glücksspiel strafbar und kann bestraft werden (§ 285 StGB: Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel). Die GGL selbst führt keine strafrechtlichen Verfahren. Bei der Prüfung und Verfolgung illegaler Angebote ist die Sprache kein ausschlaggebendes Kriterium.
| Rechtsgrundlage | Inhalt / Regelung | Zuständige Behörde / Instanz | Beispiel für Werbeaussage |
|---|---|---|---|
| Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) | Verbot der Werbung für nicht lizenzierte Anbieter | Länder (Glücksspielaufsichtsbehörden) | "Nur bei lizenzierten Anbietern spielen." |
| Jugendschutzgesetz (JuSchG) | Keine gezielte Ansprache Minderjähriger | Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien | Altersverifikation vor Werbeaussendung |
| Rundfunkstaatsvertrag (RStV) | Beschränkungen für TV- und Radiowerbung | Landesmedienanstalten | Werbung nur nach 21 Uhr |
| UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) | Verbot irreführender Werbung | Wettbewerbszentrale, Gerichte | Keine falschen Gewinnversprechen |
Relevant ist nur, ob eine Spielteilnahme innerhalb Deutschlands eröffnet wird.
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